Die Frage taucht ständig auf, in Foren, bei Radfahrern, sogar unter Ärzten : Zählt Fahren mit dem E-Bike überhaupt als Sport ? Oder ist das Mogeln auf zwei Rädern ? Die Antwort ist ehrlich gesagt komplizierter als man denkt – und überraschender.
Wer sich für das Thema interessiert, stößt schnell auf Seiten wie accessoire-velo-electrique.fr, wo man neben Zubehör auch praktische Infos rund ums E-Bike findet. Aber zurück zur eigentlichen Frage.
Was passiert körperlich, wenn man E-Bike fährt ?
Das Pedelec – so der technische Begriff für ein E-Bike, das nur beim Treten unterstützt – treibt dich nicht einfach voran. Du musst treten. Der Motor hilft, aber er übernimmt nicht. Das ist ein wichtiger Unterschied.
Studien, unter anderem von der Universität Basel, haben gezeigt, dass E-Bike-Fahrer im Schnitt eine Herzfrequenz von etwa 75 % ihrer maximalen Herzfrequenz erreichen. Das liegt im sogenannten aeroben Bereich – also genau dort, wo Ausdauertraining stattfindet. Wer gedacht hat, das E-Bike sei ein Sofa auf Rädern, liegt schlicht falsch.
Weniger intensiv als klassisches Radfahren – aber trotzdem wirksam
Klar, im direkten Vergleich mit dem klassischen Fahrrad ist die Belastung geringer. Das ist keine Meinung, das sind Zahlen. Wer ohne Motor bergauf fährt, verbrennt mehr Kalorien. Keine Frage.
Aber hier kommt der interessante Punkt : Wer ein E-Bike nimmt, fährt oft länger und häufiger. Weil es weniger anstrengend ist. Weil man nicht verschwitzt im Büro ankommt. Weil die Hemmschwelle niedriger ist.
Und am Ende zählt die Gesamtbelastung über die Woche, nicht die Intensität einer einzelnen Fahrt. Das sagen Sportmediziner immer wieder – regelmäßige, moderate Bewegung ist auf lange Sicht oft wirksamer als seltene, intensive Einheiten.
Für wen ist das E-Bike als Sport besonders sinnvoll ?
Für jemanden, der fit ist und regelmäßig trainiert, ist das E-Bike vielleicht kein Ersatz für eine intensive Einheit. Das stimmt.
Aber für jemanden, der nach einer Verletzung zurückkommt, der übergewichtig ist und die Gelenke schonen muss, der nach Jahren Bewegungsmangel wieder anfangen will – für den kann das E-Bike genau das Richtige sein. Vielleicht sogar besser als die Laufschuhe direkt rauszuholen.
Ein Freund von mir, Ende 40, hatte jahrelang Knieprobleme. Hat mit dem E-Bike angefangen, drei Mal pro Woche, 45 Minuten. Nach vier Monaten war seine Ausdauer deutlich besser. Das ist kein Wunder, das ist konsequente Belastung im richtigen Bereich.
Ist E-Bike fahren also Sport – ja oder nein ?
Ja. Mit einer Einschränkung : Es kommt darauf an, wie du es nutzt.
Wer gemächlich durch die Stadt rollt, kaum tritt und den Motor auf maximaler Stufe lässt, wird kaum einen Trainingseffekt spüren. Das ist ein bisschen wie auf dem Laufband stehen, ohne zu laufen.
Wer aber aktiv tritt, die Unterstützung dosiert einsetzt, längere Strecken oder Steigungen einplant – der macht echten Sport. Kardiovaskulär wirksam, gelenkschonend, alltagstauglich.
Die entscheidende Frage ist nicht das Gerät. Es ist deine Einstellung dazu.
